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Aktuelles

Erweiterte 8,5 Megawatt-Biogasanlage Vettin, Brandenburg in Betrieb

Die Anlage wurde auf Basis einer bereits im Jahre 2014 in Betrieb gegangenen 800
Kilowatt- Biogasanlage erweitert und setzt überwiegend auf einen Mix aus Rindergülle
und Energiepflanzen. Das Rohbiogas wird mittels organisch-physikalischer
Wäsche zu Bioerdgas aufbereitetet und anschließend in das regionale Erdgas-Netz
des brandenburgischen Versorgungsunternehmens Eon-Edis eingespeist.
Insgesamt verarbeitet die erweiterte Gesamtanlage nun etwa 70.000 Tonnen Gülle,
50.000 Tonnen Maissilage und 7.000 Tonnen Festmist. Aus diesen Stoffen werden
rund 75 Millionen kWh Gas und Wärme erzeugt. Umgerechnet lassen sich mit dieser
Menge etwa 16.000 Haushalte mit Strom und Wärme versorgen.


Auf der Biogasanlage wurden dafür insgesamt drei Fermenter und zwei Nachgärer
mit einem Gärvolumen von insgesamt rund 23.000 Kubikmeter Gärvolumen sowie
sechs Gärrestlager mit einem Fassungsvermögen von etwa 42.000 Kubikmeter installiert.
Für einen effizienten und ökologischen Substrattransport sorgt eine ca. zwei
Kilometer lange Pumpleitung, in der die Gülle auf direktem Weg von einem Milchviehbetrieb
zur Biogasanlage gefördert wird.


„Mit diesem Layout zählt diese Biogasanlage hinsichtlich der Behältervolumina und
Gasproduktion zu den größten in Deutschland und setzt vor allem in funktioneller und
betriebswirtschaftlicher Hinsicht Maßstäbe“ unterstreicht der Greenline-Geschäftsführer
Frank Nielsen.


„Hohe Qualität, niedrige Herstellungs- und Betriebskosten und ein hoher Automatisierungsgrad
bei Neubau- und Flexibilisierungsprojekten tragen wesentlich dazu bei,
dass sich die Biogaserzeugung in Zukunft als die Regelenergiealternative auf dem
Markt der regenerativen Energiequellen etablieren kann“, ergänzt Nielsen. Insbesondere
durch die jüngste EEG-Novellierung und die geänderten Genehmigungsrahmenbedingungen
sind effiziente Planungskonzepte und niedrige Baukosten für die
Realisierungschance von Biogasprojekten elementar. Darüber hinaus werden Abfallanlagen
für ausländische Märkte mit CO2 Zertifikaten immer wichtiger. Auch hier
spielt die Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf die erzeugte kWh über den Betriebszeitraum
die entscheidende Rolle.

Planung und und Errichtung einer Biogasanlage in Brandenburg

September 2016

Die Biogasanlage im Industriestandard ist im Juni 2016 in Betrieb gegangen. Standort ist das Gewerbegebiet Lenzen in Brandenburg. Greenline war Generalplaner der Biogasanlage, die auf den Substratverbund aus Zuckerrübe, Grassilage und Mais setzt.

Anlagenbetreiber ist die Biogas Osters & Voß GmbH & Co. KG aus Groß Gottschow.

Beim Anlagenbau wurde großen Wert auf eine qualitätsorientierte Komponenten- und Materialauswahl sowie eine bediener- und sicherheitsorientierte Funktionalität gelegt. Trotz der hohen Standards werden die branchenüblichen Herstellungskosten deutlich unterschritten.

Insgesamt werden in der Anlage jährlich rund 56.000 Tonnen Mais, Grassilage und Zuckerrüben vergoren und zu etwa zwölf Millionen Normkubikmeter Biogas verarbeitet. Das Konzept sieht eine Kombination aus Stahl-Emaille Hochbehältern für die Fermentation und Betonbehälter für die Nachgärstrecke beziehungsweise Gärrestlagerung vor. Bedingt durch die Bauhöhe zeichnen sich Stahlhochfermenter durch hohe Vertikal-Eigenströmungen und damit durch einen niedrigen Energieverbrauch aus. In Verbindung mit einem Zentralrührwerk lassen sich auch problematische Substrate wirtschaftlich verarbeiten. Die Betonbehälter im Abschluss sind aus Kostengründen als Kombination gut geeignet.

In einem neu errichteten Fertigbeton-Fahrsilo werden etwa 30.000 Tonnen Substrate eingelagert. Es wurden senkrechte Wände mit U-Teilen zur Kammerteilung eingesetzt. In den Rübenkammern wurde Gußasphalt als säurebeständige Deckschicht verwendet.

Das Eintragssystem für Mais und Grassilage besteht aus einem Kompakt-Feststoff- Container. Die Zuckerrüben werden in einem säurebeständigen Edelstahlschneckentrichter eingebracht.

Das Gas wird mittels einer organisch-physikalischen Wäsche zu Bioerdgas aufbereitetet und in das regionale Erdgas-Netz der HanseWerk AG, ehemals e.on Hanse, eingespeist.

Langlebigkeit, hoher Automatisierungsgrad, niedrige Wartungs- und Betriebskosten und damit verbunden eine hohe Rentabilität der Anlage standen bei der gesamten Generalplanung Pate. Entsprechend wurde ein Anlagenlayout entwickelt, das den verfahrenstechnischen Anforderungen der Prozessbiologie und den genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen in optimaler Weise Rechnung trägt.